Welche Interessen wurden bei diesem Sportplatz vernachlässigt?

Ganz Erfurt freut sich auf die BUGA. Besonders Vereinstreibende und Anwohnerinnen und Anwohner des Erfurter Nordens rund um die Gera- Aue waren begeistert als man las: „Spiel-, Sport- und Bewegungsmöglichkeiten existieren zwar schon jetzt. Die vorhandenen Angebote müssen jedoch unbedingt erweitert und aufgewertet werden. Zusätzlich sollen neue Angebote geschaffen werden. Das Ziel sämtlicher Maßnahmen soll die dauerhafte und generationsübergreifende Nutzbarkeit aller Spiel-, Sport und Bewegungsmöglichkeiten sein.”

So hieß es einst beim 2. BUGA Bürgerdialog zur Gestaltung der nördlichen Gera- Aue, zu welchem die Stadt einlud.

Und dann kam das Wachstum der Stadt und ein darauf folgender Bebauungsplan für die so genannten “Berliner Terrassen” auf den Flächen der ehemaligen Sport- und Fußballanlage dazwischen.

Fünf Bürgerdialoge später heißt es dann auf die Frage „Wieso werden bestehende Sportflächen zerstört und nicht integriert?“: “Die Möglichkeiten für den Vereinssport werden konzentriert, jedoch kann der Sportplatz an der Warschauer Straße nicht erhalten werden.”  So taucht beim 7. Bürgerdialog zum ersten mal die Idee einer Wohnbebauung in der Öffentlichkeit auf. Bleibt die Frage: Wann plante wer was? Aus der Vorhabenbeschreibung geht hervor, dass die Pläne wie folgt entstanden sind:

“Im Rahmen der Aufgabenstellung des Wettbewerbsverfahrens zum Realisierungswettbewerb “BUGA Erfurt 2021 – Teilbereich Nördliche Gera- Aue” wurde die Rückbaufläche an der Hanoier Straße zur baulichen Arrondierung festgelegt und der Sportplatz Berliner Platz sollte als neuer Landschaftsteil in der Gera-Aue gestaltet werden. Der Wettbewerbssieger hatte jedoch im Rahmen des Wettbewerbsentwurfes vorgeschlagen, den nördlichen Bereich als gestaltete Grünfläche in den Park einzubeziehen und stattdessen die südlich gelegene Fläche (Teil des Sportplatzes) mit einer aufgelockerten Bebauung zu versehen. Insbesondere die behutsame Entwicklung dieses neuen “Stadtrandes” wurde durch die Jury positiv beurteilt, wenngleich die tatsächliche Realisierbarkeit zu überprüfen war. Im Rahmen des nachfolgenden Bieterverfahrens wurde das Konzept durch das Planungsbüro weiter konkretisiert.”

Die Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort wurden also nicht, wie im Dialog voher dargestellt, berücksichtigt.

Kritik an Berliner Terrassen (Thüringer Allgemeine vom 09. März 2017)

Vorhabenbezogener Bebauungsplan BEP692 “Berliner Terrassen”; Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss, Billigung des Vorentwurfes und frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung (Stadtverwaltung Erfurt vom 14. September 2016)

Initiative i1036: Vorhabenbezogener Bebauungsplan BEP692 “Berliner Terrassen”; Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss, Billigung des Vorentwurfes und frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung (liquid Erfurt vom 24. Februar 2017)

Broschüre zum 7. BUGA Dialog (BUGA Dialog vom 23. November 2016, Seite 12)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.