Erfurter Stubenexpress – Digitalisierung in Staat und Gesellschaft mit Basanta Thapa

  Der Erfurter Stubenexpress ist das mobile Wohnzimmer der Mehrwertstadt, welches sich zu aktuellen Themen und Geschichten in unserer Stadt aufmacht. Im Vordergrund steht dabei für uns das Zuhören. Beim Thema Künstliche Intelligenz und Digitalisierung tauchten wir mit Basanta Thapa vom Kompetenzzentrum Öffentliche IT des Fraunhofer Instituts in euphorische, pessimistische und ganz praktische Perspektive ein. …

Alkoholverbot und Gefahrenzone Anger?

Alkoholverbot und Gefahrenzone Anger?

Es tobt eine Diskussion über die Einführung eines Alkoholverbotes auf dem Anger, welche sicher mehr als die Füllung des Sommerlochs darstellt. Zahlreiche Argumente sprechen sowohl für, als auch gegen die Einführung einer Sicherheitszone. Auch andere Teile Erfurts, wie die Magdeburger Allee, kämpfen mit den Folgen der Einstufung eben solcher. Doch die gewünschten Ergebnisse, eine „Normalisierung” der Verhältnisse bleiben aus. Weder wurde dadurch die hohe Anzahl an Einbrüchen rund um die Allee verringert, noch die Frustration der Anwohner*innen gesenkt, weil sie in Generalverdacht geraten. So beschrieben Gewerbetreibende die Lage als Image- und Geschäftsschädigend, da ein sichtbar hohes Maß an Personenkontrollen den Alltag bestimmen. Ein anderes Beispiel in der Eisenbahnstraße in Leipzig, mit ihrem massiven Kriminalitäts- und Drogenproblem, beweist nur zu gut, dass sowohl die Einstufung in Gefahrenzone, als auch die öffentliche Videoüberwachung die Probleme in die Seitenstraßen verdrängen und dann ein Fehlen von öffentlicher Aufmerksamkeit die Problemlagen eher zuspitzt.

Ein hoffnungsvolles Modell, als Beispiel im Umgang mit einer aktiven Trinkerszene, bot sich zuletzt am Leopoldplatz im Berliner Wedding. Auch wenn dieses nach zwei Jahren schlussendlich scheiterte. Auch Amsterdam und einer Vielzahl anderer Städte wiesen Versuche mit dem Umgang der öffentlichen Trinkerszene auf. Verbote halfen in den wenigsten Fällen weiter. „Deswegen stellen wir uns die Frage, ob die Erfurter Stadtpolitik und Verwaltung sich ein Beispiel nimmt an Modellprojekten anderer Städte? Denn die einfachen Antworten sind selten die richtigen,“ meint Sebastian Perdelwitz, der Sprecher der Wählerinneninitiative Mehrwertstadt Erfurt. Welche anderen positiven Ansätze kennt die Stadtverwaltung? Welche Kooperationsmöglichkeiten mit der Sozialarbeit und Prävention sind zusätzlich möglich, um eine nachhaltige Lösung zu finden, die nicht nur die strapazierte Polizei und vor allem die Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes belastet? Wir glauben, dass eine Kooperation und Zusammenarbeit mit den Fachleuten an der Basis, zum Beispiel mit der gegründeten Cityrunde-Erfurt ein erstes Projekt sein könnte. Zumindest scheint der Ansatz einer kooperativen Lösungssuche erfolgsversprechender, als politische Schnellschüsse.