Wurde der Dezernent für Wirtschaft Steffen Linnert seekrank?

Aktualisiert: Okt 6

Wurde der Dezernent für Wirtschaft Steffen Linnert nach einer Rundfahrt mit fraglichen Gesellen auf den Gera seekrank? Anders kann man sich seine Ausführungen zu demokratischen Prozessen und dem Infragestellen unserer parlamentarischen Streitkultur kaum erklären.



Es ist ein Hohn für alle künftigen Generationen, wie der Verantwortliche für die Erfurter Wirtschaftsförderung alle Ansprüche einer nachhaltigen Stadtentwicklung über Bord wirft und sich blind für eine wachstumsgetriebene Wirtschaftslogik und Flächenversiegelung einsetzt.


Was ist passiert? In seinem Zwischenbericht zur Neustrukturierung der Erfurter Wirtschaftsförderung warnt Herr Linnert davor mit langwierigen Abwägungsprozessen Investoren zu vergraulen. Wichtig sei, dass „Verwaltung und die politischen Gremien (…) Entscheidungen und Handlungen widerspruchsfrei und konsequent gestalten und Planungsprozesse wohlwollend begleiten.“


Weiter führt er aus: „Auch wenn jede Neuerschließung von Gewerbeflächen durch die Endlichkeit des Faktors Boden in Konkurrenz zur derzeitigen (i.d.R. landwirtschaftlichen) Nutzung steht, mit Flächenversiegelung verbunden ist, (…) ist eine Fokussierung der Stadt auf den Fortbestand von Ansiedlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen am Standort Erfurt ZWINGEND notwendig.“


Herr Linnert: Da ist leider doch ein klarer Widerspruch nötig!


Denn die Ausführungen stehen nicht nur im Widerspruch zur menschlichen Vernunft, die es gebietet, begrenzte Ressourcen auf einer Erde zu beachten. Die Aussage steht auch im Widerspruch zu unserem Stadtentwicklungskonzept, das der Stadtrat als Grundlage für die Entwicklung Erfurts bestätigt hat. Dort ist als ein strategisches Ziel formuliert „neue Flächenversiegelungen so weit wie möglich vermeiden“.


Stromberg bringt es für uns gut auf den Punkt: "Wenn du schon auf der Titanic fährst, dann setzt du am besten noch Hein Blöd ans Steuer." Die Frage ist nur, ob man als Wirtschaftsdezernent dann noch zusteigen sollte?


Kleinteilige Wirtschaftsförderung, Gemeinwohlorientierung und regionale Kreisläufe! In diesem Sinne gilt es die Erfurter Wirtschaftsförderung auszurichten. Dafür setzen wir uns als Mehrwertstadt ein