Kandidatinnen und Kandidaten der Mehrwertstadt

Kandidatinnen und Kandidaten der Mehrwertstadt

Neun bisher bestätige Kandidatinnen und Kandidaten der Mehrwertstadt stellten sich auf unserer gestrigen Abendveranstaltung “Mehrwertstadt goes Stadtrat” im Café Nerly kurz und knackig vor. Die Vorstellung der Einzelprofile folgt in Kürze. Vielen Dank an Andi und Willi vom Improtheater Improsant für die humorvolle und kurzweilige Unterstützung, sowie an den Gastgeber Café Nerly und natürlich auch an alle die da waren und den Raum mit positiver Energie gefüllt haben. Im Bild von links nach rechts: Moritz Borchardt, Andreas Leopold, Sebastian Perdelwitz, Anna Allstädt, Tina Morgenroth, Jan-Philipp Niediek, Steffen Präger, Jana Rötsch und Christian Prechtl.

Hier der Mittschnitt von Radio F.R.E.I.

https://www.radio-frei.de/index.php…

Mehrwertstadt goes Stadtrat- Vorstellung der Kandidatinnen

Mehrwertstadt goes Stadtrat- Vorstellung der Kandidatinnen

Im Mai 2019 werden im Erfurter Stadtrat die Karten neu gemischt. Als unabhängige Wähler*inneninitiative Mehrwertstadt Erfurt wollen wir mitspielen und legen metaphorisch unsere Herzdamen und Herzbuben auf den Tisch. So viel sei schon mal verraten: es sind mehr als Vier! Vielleicht findet sich auch noch das ein oder andere Ass, welches wir aus dem Ärmel schütteln.
Du möchtest wissen, wer diese Personen sind, die sich für die Stadtratswahl aufstellen möchten? Welche Profile es bei uns gibt und welche Themen und Standpunkte wir ins Erfurter Stadtparlarment einbringen wollen? Komm vorbei, mach Dir ein Bild und stell uns Deine kritischen Fragen.

    

Veranstaltung

Wo?NERLY Cafe-Restaurant-Bar
Wann?Donnerstag, 10. Januar 2019
19:00 Uhr – 21:30 Uhr

Bürgeranfrage: Holzheienstraße

Bürgeranfrage: Holzheienstraße

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Frau Hille, Sehr geehrte Frau Michelfeit-Ulrich,

bereits im Juni 2018 antwortete die Stadtverwaltung auf eine Anfrage zur Verkehrssituation in der Holzheienstraße (Zeichen 66602.01hi), die vor allem für Kleinkinder ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellt. Die Situation vor Ort stellt sich zur Erinnerung folgendermaßen dar.

Die Holzheienstraße ist in beide Richtungen mit Tempo 30 befahrbar. Im Falle beidseitigen Verkehrs ist der Straßenraum sehr eng. Auf Grund “runter gefahrener” Bordsteine, weichen KFZ-Fahrerinnen und Fahrer auf die Gehwege aus. Dies ist nur durch die nicht vorhandene Bordsteinkante möglich und findet an zwei Stellen in erheblichem Maße statt. Fußgängerinnen und Fußgänger erleiden vor allem in Begleitung von Kindern ein erhöhtes Sicherheitsrisiko.

In der Anfrage der Bürgerin wurde bzgl. einer Entschärfung bzw. Veränderung der Verkehrssicherheit hinsichtlich mehr Sicherheit nachgefragt.

In Ihrer Antwort verweist die Verwaltung darauf, dass Vergehen nur von der Polizei geahndet werden können, dass es unzählige Straßen in Erfurt mit gleichen Problemen gibt und Maßnahmen zur Erhöhung der Fußgängersicherheit nicht finanzierbar seien.

Abschließend stellt die Verwaltung die Frage „Sollte die Stadt dann alle Gehbahnen, die wiederrechtlich genutzt werden, mit Pollern ausstatten?“

Am Morgen des 14. November 2018 machte ich mir gemeinsam mit der Fragestellerin vor Ort ein Bild von der Situation, bestätige die bereits getätigten Schilderungen zur Situation vor Ort und erlaube mir folgende Fragen:

  1. Seit wann arbeitet die Stadtverwaltung in Ihren Antworten mit Suggestivfragen und verläßt damit die sachliche Ebene?
  2. Wie viele Straßen mit ähnlichen Problemen wurden der Stadtverwaltung in den letzten 5 Jahren angezeigt? Um welche Straßen handelt es sich hierbei? Erhielten etwaige Anfragesteller eine je ähnliche Antwort seitens der Verwaltung?
  3. Hat die Verwaltung der Polizei, auf die Anfrage, das Problem der Fußgängersicherheit in der Holzheienstraße aufmerksam gemacht und ist der Verwaltung bekannt, ob seither eine Beobachtung der Polizei vor Ort stattgefunden hat?

Für Ihre Antworten bedanke ich mich im Voraus und sende

Freundliche Grüße

   


  

Antwortschreiben:

Drehst Du mit am Stadtrad?

Im Mai 2019 gibt es in Erfurt erneut die Chance auf Veränderung: ein neuer Stadtrat wird gewählt. Als Wählerinitiative Mehrwertstadt Erfurt bereiten wir uns darauf vor, mit am Stadtrad(t) zu drehen. Aber was ist eigentlich mit Dir? Die Kinder sind aus dem Haus oder die Ausbildung endlich geschafft?! Du hast ein Thema, welches Dich antreibt? …

Ungleiches Erfurt. Höchste Zeit zum Handeln!

Ungleiches Erfurt. Höchste Zeit zum Handeln!

“Muss man gegen Segregation etwas tun? Muss man gegen Windmühlen kämpfen?” fragte provokativ der Erfurter Amtsleiter für Bildung Dr. Werner Ungewiß. Nun, ähm “Wenn man betrachtet, dass Menschen mit Hartz IV Bezug im Durchschnitt 6-8 Jahre eher sterben, geht es um Leben und Tod” entgegnete Prof. Dr. Jörg Fischer von der FH Erfurt. Findet Segregation zwangsweise statt, riskieren wir den Zusammenhalt in unserer Stadt, argumentierte Fischer weiter.

Für Zitatejäger hielt die gestrige Diskussion zum Thema Soziale Spaltung in Erfurt, zu der die städtischen Sozialdemokraten einluden, einiges bereit. So bescheinigte Fischer beispielsweise den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung in Erfurt eine Unwissenheit und Arroganz, die in Thüringen ihresgleichen sucht.

Den Einstieg zur Diskussion bildeten Auszüge aus der Studie zum Thema Ungleichheit und soziale Spaltung in deutschen Städten von Prof. Dr. Marcel Helbig der Uni Erfurt. Nach Rostock landet Erfurt in dieser Studie auf Platz zwei in Sachen soziale Ungleichheit. Als mögliche Handlungsoptionen brachte Helbig ins Spiel, die Marktkräfte außer Kraft zu setzen, sowie die Arbeit von Quartiersmanagements auszubauen. Da in Erfurt meist von den Stadtteilen Berliner Platz und Rieth gesprochen wird, war Maria Wedtstein in ihrer Rolle als Sozialarbeiterin auf dem Podium gefragt, um aus ihrer Praxis vor Ort zu berichten.

Herr Friedrich Hermann als Geschäftsführer der KOWO führte sein Unternehmen als bundesweit sozial engagiertestes Wohnungsbauunternehmen ins Feld. Auf Steffens Nachfrage zur Bereitschaft, alternative Wohnformen in Erfurt zu unterstützen verwies Hermann auf die fragwürdige Bezahlbarkeit und seine Rolle als Mann stimmiger Bilanzen. Da passte es gut, dass Herr Helbig von der Uni Erfurt am Beispiel des kostenfreien öffentlichen Nahverkehrs für
Schülerinnen und Schüler nochmal auf das Talent in Erfurt verwies, Vorhaben von vornherein schon zu zerreden. So zeigt beispielsweise Rostock, dass kostenfreier Nahverkehr für Schülerinnen und Schüler funktionieren kann und so eine Antwort auf das Thema Chancengleichheit findet, nicht nur weil es politisch gewollt, sondern durchaus auch finanzierbar ist.

Wo konkret der Groschen fällt, wissen vor allem Eltern, die sich mit der Frage des Schulübergangs ihrer Kinder nach der Grundschule beschäftigen. Der Grundstein der Chancengleichheit liegt bei der Schulwahl. Hier an gleichen Chancen für alle, egal welcher Herkunft zu arbeiten, ist eine Möglichkeit, die Kommunen zur Steuerung haben. Möglich ist natürlich auch, wie Helbig vorschlägt, die Schulen mit Mehrbedarf ordentlich finanziell zu fördern, wissend das “dies richtig Gegenwind bedeutet, weil da Leute auch was zu verlieren
haben”, so Helbig.

Bei den alarmierenden Bestandsaufnahmen in Erfurt müssen wir uns diesem Gegenwind stellen und Konzepte, sowohl im Bereich der Schulnetzplanung als auch im Bereich Verkehr, Wirtschaft und Stadtteilarbeit auf den Weg bringen, die vielleicht nicht jedem gefallen, aber einen Beitrag zu Chancengleichheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt leisten.