Erfurter Stubenexpress – Baustellenbesuch im Club Central bei Andreas Brettschneider

Mehrere Floors: Hip-Hop, Elektro, Heavy Metall oder Depeche Mode. Alles unter einem Dach?! Für viele von Euch sicher noch eine wache Erinnerung. Eine Abendplanung, die bald schon wieder möglich ist? Jan-Phillip und Sebastian besuchten Andreas Brettschneider auf seiner Baustelle im angehendem Club Central am Wasserturm. Andreas verriet uns seine Pläne und berichtete vom Stand der Dinge. Bei einem Rundgang durften wir uns einen ersten Eindruck von der Location machen. Ein kurzer Mittschnitt vom Rundgang findet sich am Ende des Beitrags…Schaut rein und macht Euch selbst ein Bild. Wir freuen uns auf den weiteren Fortgang und drücken die Daumen. Erfurt und Thüringen brauchen mehr dieser kulturellen Angebote im „Nachtsegment“!

Ungleiches Erfurt. Höchste Zeit zum Handeln!

Ungleiches Erfurt. Höchste Zeit zum Handeln!

„Muss man gegen Segregation etwas tun? Muss man gegen Windmühlen kämpfen?“ fragte provokativ der Erfurter Amtsleiter für Bildung Dr. Werner Ungewiß. Nun, ähm „Wenn man betrachtet, dass Menschen mit Hartz IV Bezug im Durchschnitt 6-8 Jahre eher sterben, geht es um Leben und Tod“ entgegnete Prof. Dr. Jörg Fischer von der FH Erfurt. Findet Segregation zwangsweise statt, riskieren wir den Zusammenhalt in unserer Stadt, argumentierte Fischer weiter.

Für Zitatejäger hielt die gestrige Diskussion zum Thema Soziale Spaltung in Erfurt, zu der die städtischen Sozialdemokraten einluden, einiges bereit. So bescheinigte Fischer beispielsweise den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung in Erfurt eine Unwissenheit und Arroganz, die in Thüringen ihresgleichen sucht.

Den Einstieg zur Diskussion bildeten Auszüge aus der Studie zum Thema Ungleichheit und soziale Spaltung in deutschen Städten von Prof. Dr. Marcel Helbig der Uni Erfurt. Nach Rostock landet Erfurt in dieser Studie auf Platz zwei in Sachen soziale Ungleichheit. Als mögliche Handlungsoptionen brachte Helbig ins Spiel, die Marktkräfte außer Kraft zu setzen, sowie die Arbeit von Quartiersmanagements auszubauen. Da in Erfurt meist von den Stadtteilen Berliner Platz und Rieth gesprochen wird, war Maria Wedtstein in ihrer Rolle als Sozialarbeiterin auf dem Podium gefragt, um aus ihrer Praxis vor Ort zu berichten.

Herr Friedrich Hermann als Geschäftsführer der KOWO führte sein Unternehmen als bundesweit sozial engagiertestes Wohnungsbauunternehmen ins Feld. Auf Steffens Nachfrage zur Bereitschaft, alternative Wohnformen in Erfurt zu unterstützen verwies Hermann auf die fragwürdige Bezahlbarkeit und seine Rolle als Mann stimmiger Bilanzen. Da passte es gut, dass Herr Helbig von der Uni Erfurt am Beispiel des kostenfreien öffentlichen Nahverkehrs für
Schülerinnen und Schüler nochmal auf das Talent in Erfurt verwies, Vorhaben von vornherein schon zu zerreden. So zeigt beispielsweise Rostock, dass kostenfreier Nahverkehr für Schülerinnen und Schüler funktionieren kann und so eine Antwort auf das Thema Chancengleichheit findet, nicht nur weil es politisch gewollt, sondern durchaus auch finanzierbar ist.

Wo konkret der Groschen fällt, wissen vor allem Eltern, die sich mit der Frage des Schulübergangs ihrer Kinder nach der Grundschule beschäftigen. Der Grundstein der Chancengleichheit liegt bei der Schulwahl. Hier an gleichen Chancen für alle, egal welcher Herkunft zu arbeiten, ist eine Möglichkeit, die Kommunen zur Steuerung haben. Möglich ist natürlich auch, wie Helbig vorschlägt, die Schulen mit Mehrbedarf ordentlich finanziell zu fördern, wissend das „dies richtig Gegenwind bedeutet, weil da Leute auch was zu verlieren
haben“, so Helbig.

Bei den alarmierenden Bestandsaufnahmen in Erfurt müssen wir uns diesem Gegenwind stellen und Konzepte, sowohl im Bereich der Schulnetzplanung als auch im Bereich Verkehr, Wirtschaft und Stadtteilarbeit auf den Weg bringen, die vielleicht nicht jedem gefallen, aber einen Beitrag zu Chancengleichheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt leisten.

Wo klemmt´s in Erfurt?

Wo klemmt´s in Erfurt?

Wo klemmt´s in Erfurt?

Thementafel mit der Mehrwertstadt Erfurt

Erfurt braucht ein Programm und dafür braucht es dich!

Zwischen Hüpfburg, Kaffee und Kuchen findet sich viel Raum für Ideen und Spinnerei. Am 9. September findet die erste unserer Thementafeln statt, bei der wir den Essenzgenerator in Gang setzen und mit euch die Zukunft Erfurts denken wollen. Egal ob ihr nur eine Stunde oder den ganzen Tag Zeit habt, ihr seid herzlich willkommen. Es gilt: bringt eure Kinder mit, Grosseltern und Freunde.

Und als ob das nicht schon genug wäre, gibt es als Sahnehäubchen auf dem Kaffee: Selfies mit dem Mehrwertstadt- Mobil.

Wann:

9. September 2017 – 12-18:00 Uhr.

Wo:

Die Veranstaltung findet im Bürgerhaus (Thomas-Mann Schule) statt. Hallesche Straße 18, Erfurt.

Wurde das Centrum einem Shoppingcenter geopfert, das keiner braucht und niemals kommt?

Wurde das Centrum einem Shoppingcenter geopfert, das keiner braucht und niemals kommt?

Welcher Schreck ereilte die Erfurter Nachtkultur. Nach 17 Jahren starb Ende März 2016 ein Stück Identität unserer Stadt. Aber wo Schatten fällt, ist das Licht nicht weit. Zum Wohle unserer Innerstädtischen Einkaufsstadt verspricht ein Investor kurzweilige Glücksgefühle beim Einkaufsbummel in einem neuen Shoppingcenter.  Dass das Centrum als ein Bauernopfer der Verteilungsschlacht zwischen Innenstadthandel und Thüringenpark unter die Räder kam, hat offensichtlich keine unserer gewählten Vertreter*innen im Stadtrat interessiert. Weiterlesen →