Arbeit, Leben, Nachbarschaft

Ausgangslage:

Erfurt hat sich in den letzten Jahren vor allem als Standort des Niedriglohnsektors etabliert. Ein Großteil der Wirtschaftsleistung findet in den ausgewiesenen Gewerbegebieten statt. Die eigentlichen Stadtviertel sind in den meisten Fällen zu reinen Wohngebieten verkümmert. Händlerinnen und Unternehmer aus Erfurt haben es gegenüber Großanbietern und Ketten immer schwieriger. Hingegen werden Ketten und globale operierende Konzerne hofiert. Dadurch verliert die Stadt ihren individuellen Charme. Gerade die Innenstadt scheint durch die gezielte Ansiedlung seelenloser Ketten immer austausch- und verwechselbarer. Wirtschaft und Arbeit findet in den Kiezen leider so gut wie nicht statt. Die Rahmenbedingungen für findige Unternehmensgründerinnen und Gründer sind wenig attraktiv.

 

Foto: Johannes Glöde

 

Vorhaben, Ziel und Umsetzung:

Was Erfurt braucht ist ein starkes und flexibles System zur Förderung und Gründung von Unternehmensideen. Dabei spielt die Gestaltung einer lebendigen Stadtteilentwicklung eine zentrale Rolle. Im Vorbild anderer Städte sollen auch in Erfurt wirtschaftlich, dynamische Stadtquartiere ein zentraler Moment der Wirtschaftsleistung sein. Dazu braucht es eine Mischnutzung der Quartiere sowie die Ausweisung von Erdgeschossflächen als Gewerbe- und Einzelhandelsflächen. Ein Wirtschaftsförderprogramm soll Gewerbe und Einzelhandelsflächen in den Stadtteilen und Unternehmensgründer zusammenführen und Beratungsleistungen anbieten.

Darüber hinaus setze ich auf die Förderung von regionalen Wirtschaftskreisläufen. Konkret bedeutet das, die Kooperation und den Austausch von Produzenten, Händlerinnen und Konsumenten aus der Region aktiv zu unterstützen.

Die Einführung von Nachhaltigkeitsstandards für Unternehmen entspricht der globalen Notwendigkeit und städtischer Selbstverpflichtung.