Draußen Zuhause – Erfurt als Lebensstadt


Ausgangslage:

Städterankings und Hochglanzbroschüren sind für mich weder Zeichen einer zufriedenen Bevölkerung, noch einer lebenswerten Stadt. Auch das vom OB gepriesene Motto „Wir sind BoomTowner“ lehne ich ab, steht es doch zuallererst für eine profitorientierte Politik des Ausverkaufs der städtischen Seele. Sinnbildlich dafür ist die zunehmende Übernahme der Stadt durch große Ketten und das damit verbundene zurückdrängen unserer kleinteiligen Ladenkultur. Vermehrt sind es ausschließlich große Player, welche sich die Mieten in der Innenstadt noch leisten können. Äußere Perspektiven auf unsere Stadt stehen deshalb für mich hintenan. Die Unterstützung bei der Organisation und Bewirtschaftung von Kultur und Leben in unserer Stadt muss verbessert werden.

 

Foto: Johannes Glöde

 

Vorhaben, Ziel und Umsetzung:

Meist sind es die kleinen Details, die Erfurt den gewissen Charme verleihen. Eine lebendige Stadt pulsiert durch uns alle, die wir hier leben, tanzen, lachen, einkaufen, verweilen, oder bei trüben Wetter auch einfach mal dumm aus der Wäsche schauen. Erfurt als Lebensstadt wirkt vor allem durch seine gewachsene, kleinteilige Einzelhandels- und Handwerksstruktur, seine aktive Kneipenkultur sowie dem kulturellen und soziokulturellen Jahreskalender. Dazu gehört das Krämerbrückenfest genauso wie das KoCOLORes, oder die Wochenmärkte am Johannesplatz und im Rieth. Dies macht das Flair unserer Stadt aus, auch wenn es dabei nicht immer konfliktfrei zugeht. Eine unkomplizierte und flexible Verwaltung ist Schlüssel um Menschen, Lust auf die Mitgestaltung ihrer Stadt zu machen. Sei es durch die Planung von kleinen Konzerten und Märkten oder durch das Setzen und Pflegen von Blumen vor der Haustür.

Eine besondere Wertschätzung und Beachtung bei der Gestaltung öffentlicher Räume muss den Orts- und Stadtteilen zukommen. Gründerideen, welche die Stadt- und Ortsteile beleben, sowie kommunale Einrichtungen, wie Orts- und Stadteilzentren mit Café und Bibliothek und anderen Möglichkeiten müssen unbedingt gefördert werden. Jeder Stadtteil braucht einen eigenen Kern mit Handel, Dienstleistung und ausreichenden Möglichkeiten zum Begegnen, Sitzen und Verweilen.

Eine attraktive Begrünung, die an die Hochzeiten der Blumenstadt anknüpft ist mein Ansporn. Hier gilt es die Chance der BUGA zu nutzen. Vor allem aber, muss allen Verantwortlichen klar gemacht werden, dass das Leben auch nach einer BUGA weiter geht! Eine Stadt mit Aufenthaltsqualität braucht öffentliche, barrierefreie WCs, ausreichende, einladende Sitzgelegenheiten und Trinkwasserbrunnen. Zur Belebung des öffentlichen Raums werde ich das Wiederaufstellen von Kiosken prüfen lassen. Das Motto der Essbaren Stadt, welches öffentlich zugängliche Obstbäume und Gemüsebeete vorsieht, soll gefördert werden. Projekte zur aktiven Nachbarschaft werden durch die bestehenden Stadtteilbüros unterstützt. Die Verwaltung wird eine offene und unkomplizierte Partnerin für Vereine, Initiativen und lokal verankerte Unternehmen sein, um Aktionen, Feste und Projekte im Bereich Soziales, Kunst, Kultur, Soziokultur, Umwelt und Wirtschaft zu unterstützen. Eine Stadt braucht Orte zur Selbstverwirklichung. Was dem einen sein Kleingarten ist, ist dem anderen das Straßenfest. Diese Orte und Freiräume gilt es zu schützen und auszubauen.